Logo von Germany Trade & Invest

Startseite > Info-Service > Pressemitteilungen > Änderungen am Erneuerbare-Energien- Gesetz (EEG) lenken Nachfrage auf Dachsolaranlagen

Änderungen am Erneuerbare-Energien- Gesetz (EEG) lenken Nachfrage auf Dachsolaranlagen

09.07.2010

Berlin – Heute wurden Änderungen der Einspeisevergütungen für Solarstrom im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen, die den Schwerpunkt der Förderung künftig auf den Bereich Dachsolaranlagen verschieben. Der Bundesrat hat den Änderungen heute Morgen zugestimmt und damit den Weg für das Inkrafttreten des Gesetzes freigemacht. Mit den neuen Regelungen werden die Einspeisevergütungen für Ackerland abgeschafft und die Attraktivität des Eigenverbrauchsbonus für kleine und mittelgroße Dachsolaranlagen gesteigert. Mitarbeiter von Germany Trade & Invest werden auf der diesjährigen „Intersolar North America“ vom 13.-15. Juli in San Francisco über Marktchancen und Investitionsmöglichkeiten in der deutschen Photovoltaikbranche informieren.

Rückwirkend zum 1. Juli werden die Einspeisevergütungen für Strom aus Dachsolaranlagen um 13 Prozent reduziert und für Installationen auf landwirtschaftlichen Flächen komplett abgeschafft. Gleichzeitig sinken die Vergütungen für Solaranlagen auf sogenannten Konversionsflächen (z.B. ungenutzte Militär- oder Industriegrundstücke) um acht Prozent und für alle anderen Flächen um zwölf Prozent. Ab 1. Oktober kommt zu diesen Senkungen noch eine weitere Reduzierung um drei Prozent hinzu.          

Nach wie vor bleiben die Vergütungen allerdings ausgesprochen attraktiv, mit 25,02 bis 34,05 €c/kWh für Neuinstallationen zwischen 1. Juli und 1. Oktober 2010 und 24,26 – 33,03 €c/kWh für Anlagen, die in den letzten drei Monaten des Jahres in Betrieb gehen. Gleichzeitig wird der Zielwert der Bundesregierung für jährlich installierte Solarstromkapazitäten durch die Gesetzesänderung auf 2,5 – 3,5 GWp erhöht und damit mehr als verdoppelt.

Das vor zehn Jahren in Kraft getretene EEG verpflichtet Energieunternehmen, Anlagenbesitzern den Strom aus erneuerbaren Energiequellen über einen Zeitraum von 20 Jahren zu den entsprechenden Vergütungen abzunehmen. Damit garantiert das Gesetz Anlagenbesitzern kurze Amortisierungszeiträume und attraktive Gewinne. Die Einnahmen lassen sich zusätzlich steigern dank des neuen Eigenverbrauchsbonus, den Besitzer von Dachanlagen mit Kapazitäten unter 500 kWp erhalten, die die erzeugte Energie selbst nutzen.

Die Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen in Deutschland erreichten 2009 den Wert von 3,8 GWp (Gigawatt peak). Damit ist die Bundesrepublik erneut der größte Photovoltaikmarkt der Welt und ein attraktiver Investitionsstandort für Unternehmen der Branche. Ungefähr jedes zweite neuinstallierte Modul weltweit entfiel auf Deutschland. Für das laufende Jahr rechnen einige Experten sogar mit einer möglichen Verdoppelung der Werte von 2009.             

Steigende Nachfrage von privaten Kunden

Die Änderungen am EEG sind eine Reaktion auf die gestiegene preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Photovoltaikanlagen, einschließlich der jüngsten Preisrückgänge für Solarmodule und Komponenten. Diese Entwicklungen haben zahlreiche neue Marktchancen für Photovoltaikunternehmen geschaffen. Von der neuen Schwerpunktsetzung zu Gunsten von Dachanlagen wird eine weitere Stärkung der Nachfrage durch private Nutzer erwartet, die überwiegend qualitativ hochwertige Solaranlagen bevorzugen. Die Neuerungen führen außerdem zu wachsender Nachfrage nach Energiespeicherungssystemen und intelligenten Netzanwendungen, mit denen sich der Eigenverbrauchsbonus voll ausnutzen lässt. Durch sinkende Anlagenpreise und steigende Strompreise nähert sich der deutsche Solarstrommarkt bereits früher als erwartet der sogenannten Netzparität an. So wird erwartet, dass für deutsche Haushalte Strom aus Photovoltaiksystemen schon 2013 mit konventionellen Energiequellen wettbewerbsfähig sein wird.        

Qualitätssegment macht die Produktion vor Ort attraktiv

Produzenten in Deutschland profitieren nicht nur vom Zugang zu einem großen und stark wachsenden Markt. Die Markenpräsenz vor Ort und der mit dem Standort verbundene Ruf hochwertiger Qualitätsprodukte, auf den Privatkunden im Dachanlagensegment großen Wert legen, bringen Unternehmen erhebliche Wettbewerbsvorteile. Die deutsche Solarindustrie profitiert außerdem von der weltweit höchsten Dichte an Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen der Branche. Gleichzeitig kann der Standort mit einer gut ausgebauten Industrieinfrastruktur, einer großen Zuliefererbasis und qualifizierten und erfahrenen Arbeitskräften punkten.

Als Beleg für das Vertrauen in die Stärke des deutschen Photovoltaikclusters kann gelten, dass die internationalen Unternehmen First Solar und Avancis sowie die deutschen Solarfirmen SolarWorld und Juwi in den vergangenen Wochen eine deutliche Ausweitung ihrer Aktivitäten am Standort Deutschland bekanntgegeben haben. All diese neuen Investitionen werden in Ostdeutschland getätigt, das eines der wichtigsten Produktionszentren der weltweit führenden deutschen Photovoltaikindustrie bildet.   

Branchenexperten von Germany Trade and & Invest werden interessierte Unternehmen bei der diesjährigen „Intersolar North America“ (im deutschen Pavillon, Ebene 1, an Stand 7523A) über den weltweit wichtigsten Solarmarkt informieren.

nach oben