Startseite > Info-Service > Pressemitteilungen > UNCTAD: Deutschland auch künftig ein europäischer Spitzenstandort für Investitionen
26.07.2010
Berlin – Die nach Deutschland geflossenen ausländischen Direktinvestitionen (FDI-Flows) sind im Jahr 2009 um 46 Prozent gestiegen. Gleichzeitig erhöhten sich die Direktinvestitionsbestände (FDI-Stocks) leicht. Damit erwies sich Deutschland in der Krise als stabile wirtschaftliche Kraft innerhalb Europas. Laut einer Befragung unter internationalen Unternehmen wird Deutschland auch im Zeitraum 2010 bis 2012 ein Hauptziel ausländischer Direktinvestitionen bleiben. Das sind die Ergebnisse des soeben erschienenen „UNCTAD World Investment Report“.
Deutschland belegte als Zielland für ausländische Direktinvestitionen im vergangenen Jahr weltweit den siebten Platz und verbuchte einen Zuwachs der FDI-Flows von 24 Milliarden US-Dollar 2008 auf 36 Milliarden US-Dollar 2009. Damit war Deutschland das einzige Land unter den besten sieben, das eine Steigerung verzeichnen konnte. Der Studie zufolge ist dieses Wachstum zum großen Teil das Ergebnis gestiegener konzerninterner Kredite. Im Vergleich dazu fielen die FDI-Flows in die USA, die trotz der Krise noch immer das führende Zielland für Direktinvestitionen sind, im selben Zeitraum von 316 Milliarden US-Dollar auf 130 Milliarden US-Dollar.
Der Untersuchung zufolge erlitten die entwickelten Industrienationen bei den FDI-Flows im weltweiten Vergleich die stärksten Einbrüche und mussten insgesamt einen Rückgang um 44 Prozent auf 566 Milliarden US-Dollar hinnehmen. Die Studie lobt in diesem Zusammenhang das Abschneiden Deutschlands und die wirtschaftliche Stabilität des Landes: „Nordamerika war am schlimmsten betroffen, während die 27 Mitgliedsstaaten der EU mit Deutschland den Rückschlag besser überstanden…“
Auch beim internationalen Vergleich der FDI-Bestände schneidet Deutschland erfolgreich ab. So steigerte die Bundesrepublik 2009 ihre FDI-Stocks leicht und festigte damit den sechsten Platz weltweit. Direktinvestitionsbestände bilden einen zuverlässigen Indikator zur Erfassung von ausländischen Direktinvestitionen, der weniger sprunghaft verläuft als FDI-Flows und die langfristigen Werte abbildet, die durch Investitionen geschaffen werden.
Einen Kernbestandteil der UNCTAD-Studie bildet eine Befragung internationaler Unternehmen zu erwarteten FDI-Entwicklungen in der Zukunft. Auch hier erzielt der Standort Deutschland gute Ergebnisse und wird von den befragten Entscheidungsträgern neben den USA und Großbritannien unter den Industrienationen als ein Schwerpunktziel für ausländische Direktinvestitionen für den Zeitraum 2010 bis 2012 genannt.
Die UNCTAD-Forscher formulieren in der Untersuchung verschiedene Empfehlungen an die Politik und sprechen sich dabei vor allem für Investitionen in kohlenstoffarme Technologien aus. Laut der Studie können Länder durch solche Investitionen in Bereiche wie Erneuerbare Energien, Recycling und emissionsarme Produktionsverfahren erhebliche wirtschaftliche Vorteile erlangen, und zwar unabhängig von geographischer Lage und Wirtschaftsstärke. Deutschland ist für den Übergang zu nachhaltigerem und umweltfreundlicherem Wirtschaften gut vorbereitet, da es schon heute ein weltweit anerkannter Technologieführer in vielen grünen Technologiebereichen ist.